STIFTUNG HAUS der Action 365

Kontinuität im Weitergehen

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Verlag der Action 365

Kontinuität im Weitergehen - 50 Jahre action 365


Professor Rudolf Wichard bei seinem Festvortrag.
Professor Rudolf Wichard bei seinem Festvortrag.
Festvortrag von Prof. Dr. Rudolf Wichard, Kuratoriumsmitglied der STIFTUNG HAUS der action 365

Es war kein rückwärtsgewandter Blick, den Rudolf Wichard in seinem Vortrag entwarf, sondern ein Blick auf in einem halben Jahrhundert Erreichtes: auf die in fünf Jahrzehnten errungenen soliden Fundamente der christlichen Arbeit gründet sich die Zukunft der action 365. Und um die Zukunft der action 365 müsse man sich trotz steigenden Durchschnittalters der Mitglieder keine Sorge machen. Denn die action 365 als missionarische Laienbewegung im Geiste des Vatikanischen Konzils nehme die Grundfunktionen christlicher Gemeinschaften ernst und lebe sie: die Liturgia, das gemeinsame Feiern von Gottesdiensten, die Diakonia, die Hilfe für gesellschaftlich Benachteiligte, und die Verkündigung von Gottes Wort durch die Teams als Inseln religiöser Autonomie, als Instrumente der Ethisierung der Gesellschaft. Die action 365 sei lebendige Kirche im Geist Gottes und mit anderen Weltreligionen verbunden in weltweiter Solidarität.

Der Weg der action 365 durch die Jahrzehnte war vor allem durch zwei Zäsuren bestimmt: das Zweite Vatikanische Konzil unter Papst Johannes XXIII. schuf mit dem Leitwort »pacem in terris« das neue Selbstverständnis von Kirche als einer Religion der Straße und die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit. Die flammenden Reden des Jesuitenpaters Johannes Leppich SJ (1915-1992) waren der Anfang, es folgten die Bildung von Gesprächskreisen und somit 1958 die ersten Teams. Pater Leppich trennte sich 1971 von der action 365, weil er mit dem Weg in die Ökumene und der Institution des Zentralteams und dessen kollegialer Entscheidungsfindung nicht zurechtkam. Fortan wirkte Pater Wolfgang Tarara SJ (1931-2001) als geistlicher Begleiter der action 365 und führte die Teams weiter auf dem Weg in die Ökumene, als geschwisterliche Glaubensgemeinschaften. Die zweite Zäsur kam 1989 mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Regierungen im damaligen Ostblock und der deutschen Einheit. Der Blick öffnete sich nach Osten, und die action 365 war unter den Ersten, die den Menschen in den radikal säkularisierten Zivilgesellschaften christliche Lebenshaltungen vergegenwärtigten. Jedoch nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern im Signalisieren von Hilfsbereitschaft, Unterstützung, ja Trost. Die Kurse für Lehrer in Ostdeutschland sind nur ein Element dieser Angebote, die internationalen wissenschaftlichen Symposien zu Europathemen in Polen, Tschechien und Ungarn ein weiteres.

»Mir gefällt die Spiritualität der Nüchternheit in der action 365«, sagte Wichard. Freiheit statt erdrückender Umarmung, Humor und befreites Lachen seien Elemente der ökumenischen Laienbewegung, die nicht wegzudenken seien. »Zuviel Weihrauch macht den Herrgott schwarz«, so veranschaulichte Wichard seine Gedanken zum Vergnügen der Zuhörer mit einem süddeutschen Sprichwort.

Im Gespräch: Erzbischof Prof. Dr. Alfons Nossol (Opole, Polen) mit den Vorstandsmitgliedern Gerlinde Back und Dr. Rüdiger Fuchs, der auch die Begrüßungsrede hielt.
Im Gespräch: Erzbischof Prof. Dr. Alfons Nossol (Opole, Polen) mit den Vorstandsmitgliedern Gerlinde Back und Dr. Rüdiger Fuchs, der auch die Begrüßungsrede hielt.

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