Meet & Read – Interreligiöser Dialog

Gemeinsam lesen. Gemeinsam verstehen.

Meet & Read ist ein interreligiöses Dialogformat, bei dem Menschen muslimischen und christlichen Glaubens zu einem bestimmten Thema gemeinsam Texte aus der Bibel und dem Koran lesen und darüber ins Gespräch kommen. Im Mittelpunkt stehen persönliche Zugänge zu den Heiligen Schriften aus der eigenen Tradition, gegenseitiges Zuhören und die Offenheit für unterschiedliche Perspektiven. So entsteht ein dritter Raum, in dem die Schriften selbst zum Gesprächspartner werden. Die Basis dafür bildet die Methode des Scriptional Reasoning. Erfahrungsbericht und weitere Infos forum action 365 1/2026

  • Die Methode

    Meet & Read orientiert sich an der in den USA entwickelten Methode des Scriptional Reasoning (schriftgeleitete Reflexion), die sich mittlerweile zu einer weltweiten Bewegung gemausert hat. Dabei geht es nicht um theologische Debatten oder das Vertreten offizieller Positionen, sondern um die persönliche Begegnung: Jede und jeder spricht aus der eigenen Erfahrung und dem eigenen Glaubensverständnis heraus. Diese Herangehensweise ist natürlich nicht nur auf Muslime und Christen beschränkt, sondern funktioniert grundsätzlich zwischen allen Religionen – Interesse der Teilnehmenden an dem oder der Anderen vorausgesetzt.

    Die eigene heilige Schrift ernst nehmen und die des Gegenübers auch! Unterschiede bleiben nebeneinander bestehen. In einem Dazwischen können neue Einsichten und Perspektiven gewonnen werden.

  • Grundregeln

    Damit das auch gelingt, sind ein paar Vereinbarungen notwendig:

    • Bleib nah am Text
      Konzentriere dich auf die Texte, die wir gemeinsam lesen. Beziehe andere Quellen gern ein – aber verbinde deine Gedanken immer mit dem konkreten Text.
    • Nutze Übersetzungen als gemeinsame Grundlage
      Originalsprachen können zusätzliche Nuancen eröffnen. Verwende sie unterstützend, nicht um Diskussionen abzuschließen oder zu dominieren.
    • Öffne deine Texte - und erkunde die der anderen
      Lade andere ein, Fragen an deine Texte zu stellen, und sei bereit, dich auf fremde Schriften einzulassen. Es geht um Austausch, nicht um die eine richtige Auslegung.
    • Höre aufmerksam zu und gib Raum
      Lass unterschiedliche Lesarten stehen und wirken – auch dann, wenn sie deiner eigenen Deutung widersprechen.
    • Sei ehrlich und transparent
      Du musst kein Experte sein. Sag offen, was du nicht weißt oder nicht verstehst. Widerspruch ist erlaubt – respektvoll formuliert.
    • Sprich für dich, nicht für „deine Religion“
      Vermeide Verallgemeinerungen. Sprich aus deiner eigenen Perspektive, z. B.: „Ich lese diesen Text so …“
    • Sei präsent
      Bring dich achtsam ein: lesen, zuhören, nachdenken, sprechen.
    • Begegne allen Texten mit Respekt
      Denke daran, dass Heilige Schriften für viele Menschen heilig sind und unterschiedlich behandelt werden. Begegne allen Texten entsprechend achtsam.
  • Ziele
    • Förderung von interreligiösem Verständnis
    • Begegnung auf Augenhöhe
    • Stärkung von Dialogfähigkeit und gegenseitigem Respekt
    • Wahrnehmung gemeinsamer Fragen nach Sinn, Gerechtigkeit und einem guten Leben
    • Einüben von Ambiguitätstoleranz
  • Format in action

    Das Format Meet & Read an der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität Frankfurt

    Gemeinsam mit unseren Kooperationen, den Evangelischen und Katholischen Hochschulgemeinden, dem Forum Interkultureller Dialog e. V. und dem Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau haben wir zu einer Reihe von Meet-&-Read-Abenden eingeladen. In den vergangenen drei Semestern haben wir viel gelernt und das Konzept weiterentwickelt. Wir hoffen, dass zu dem aktuellen Format zwischen Menschen christlichen und muslimischen Glaubens weitere Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner hinzukommen, und laden herzlich ein, mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir freuen uns auf alle und jeden.

  • Termine
    • 24. März 2026 – St. Bonifatius Sachsenhausen
    • 21. April 2026 – STIFTUNG HAUS der action 365
    • 19. Mai 2026 – BIMU Bibelhaus ErlebnisMuseum Frankfurt
    • 23. Juni 2026 – PTH Sankt Georgen
    • 18. August 2026 – Kulturzentrum Frankfurt e. V.
    • Veranstaltungsbeginn je um 19 Uhr

Träger & Kooperationspartner

  • STIFTUNG HAUS der action 365
  • BIMU Bibelhaus Erlebnis Museum Frankfurt
  • PTH Sankt Georgen
  • Forum für interkulturellen Dialog e. V. (FiDeV)
  • RUMI Kulturzentrum Frankfurt e.V.