Nicht nur die multikulturelle Großstadt Frankfurt ist ein Erlebnis für die jungen Männer, die zurzeit an der Sommerschule der STIFTUNG HAUS der action 365 teilnehmen – die Situation der Großstadtkirche ist es, die sie vor allem fasziniert: Wie lebt und glaubt es sich in einer tief säkularisierten Bankmetropole, in der einst hochaufragende Kirchtürme zwischen Wolkenkratzerwänden schier verschwinden? Gibt es hier, wo man Erfolg, Sinn und Glück in barer Münze berechnet, noch so etwas wie Sehnsucht nach Mehr, nach Gott – und wie drückt sie sich aus? Welcher Stadtplan verzeichnet Inseln der Ruhe und Besinnung im Straßengewirr? Was bedeutet Seelsorge im Kaufhaus, in den U-Bahn-Schächten, wo die nichtsesshaften Erwachsenen und die Straßenkinder Schutz suchen, auf der Palliativstation eines großen Krankenhauses, im Gewühl auf dem Römerberg, zwischen Christen, Juden, Moslems, Buddhisten und zahllosen Menschen, die keinerlei institutionalisierten Religion angehören?
„Hören mit dem Herzen“ heißt eine der wichtigsten Aufgaben, der sich die Priesteramtskandidaten aus Opole/Oppeln während dieser zwei Wochen stellen. Hören, was aus dem eigenen Inneren heraus an die Oberfläche drängt – hören, was andere Menschen sagen: mit Augen, Händen, Haltung, Worten und vielleicht auch durch ihr Schweigen. Eine intensive Zeit, in der die angehenden katholischen Priester vom Leiter (Regens) ihres Priesterseminars, Dr. Grzegorz Kadzioch, und Gerlinde Back, Vorstandmitglied der STIFTUNG HAUS der action 365 begleitet werden.
Die polnische Sommerschule ist diejenige mit der längsten Tradition. Seit über 20 Jahren steht die action 365 mit dem Priesterseminar der Diözesen Opole (Oppeln) und Gliwice (Gleiwitz) in Kontakt (mehr unter Sommerschulen).