Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "meet & read", die die action 365 mitorganisiert hat, fand am Montag, den 20.01.25 eine Führung durch die Orthodoxe Synagoge im Frankfurter Westend statt.

Die Veranstaltung wurde von der Evangelischen Studierendengemeinde der Goethe-Universität Frankfurt organisiert und brachte eine muslimisch-christlich-jüdische Gruppe zusammen.
Die Führung leitete Herr Benjamin Maroko, der als Kantor (Chasan) in der jüdischen Gemeinde Darmstadt tätig ist. Nach einer allgemeinen Einführung zur Funktion einer Synagoge (Knesset) erläuterte er den Bau und die Gebetspraxis und gab Antwort auf zahlreiche Fragen aus der Gruppe.
Der 1910 fertiggestellte Jugendstilbau im assyrisch-ägyptischen Stil, blieb aus Angst der Nazis, Flammen könnten auf anliegende Gebäude übergreifen, erhalten und diente zunächst als Lagerraum der Oper, später als Möbellager bombengeschädigter Frankfurter. Ein späterer Bombeneinschlag zerstörte nicht nur den Innenraum, sondern auch Pläne der Nazis, das Gebäude zu Propagandazwecken in ein Kino umzuwandeln. So konnte das Gebäude originalgetreu restauriert werden.
11.000 Frankfurter Jüdinnen und Juden wurden zwischen 1941 und 1942 vornehmlich in die Konzentrationslager Theresienstadt und Mejdanek transportiert und grausam ermordet. Bei Kriegsende lebten in Frankfurt noch weniger als 160 Jüdinnen und Juden.
Heute bildet die Westendsynagoge das jüdisch-orthodoxe Zentrum der Stadt.
Weitere Veranstaltungs-Termine für „meet & read“ sind: 29.04. – 20.05. – 10.06.25. Wir freuen uns auf rege Teilnahme.