Über die Heilige Schrift der eigenen Glaubensrichtung zu lesen und nachzudenken, ist das, was viele in ihrer religiösen Praxis normalerweise tun. Aber wie klingt diese Schrift, für jemanden der dieser Konfession nicht angehört oder einen anderen Hintergrund hat? Dieser Fragestellung geht die Veranstaltungs-Reihe „Meet and Read“ nach und lädt Muslime und Christen ein, in einen interreligiösen Dialog zu treten. Das Gemeinsame lesen, diskutieren und reflektieren ist dabei Zentrum des gemeinschaftlichen Treffens.
Ein spannendes Miteinander: Heilige Schriften in der eigenen wie in anderen Religionen berühren über Raum und Zeit hinweg Menschen.
In Zusammenarbeit mit dem Forum interkultureller Dialog e.V. (FiDeV), dem Zentrum Ökumene der evangelischen Kirche Hessen-Nassau, der evangelischen Hochschulgemeinde (ESG) und der action 365 fand Ende November 2024 die erste Veranstaltung "Meet and Read" zum Thema Vielfalt im Raum der Stille in der Goethe-Universität Frankfurt am Main statt. Rund 20 Teilnehmende kamen zusammen, um gemeinsam zu essen und in den Heiligen Schriften des Korans und der Bibel zu lesen.
Der offene Diskussionsraum bot die Möglichkeit, auch kritische Fragen zu Form und Inhalt der Texte zu stellen. In beiden Heiligen Schriften finden sich Textstellen, die weniger positiv über Diversität berichten, damit umzugehen, bedeutet eine Herausforderung. Die Teilnehmenden zeigten sich angetan von der Möglichkeit, die je andere Glaubensrichtungen zu erkunden und einen respektvollen Dialog zu führen. Beides – Koran und Bibel, Christentum und Islam – können nebeneinanderstehend verschiedene Antworten auf die gleichen Fragen geben, ohne dem allzu menschlichen Bedürfnis nach Vereindeutigung nachzugehen. Der Schlüssel dafür ist die Geltung des eigenen Glaubens bei gleichzeitiger Wertschätzung der anderen Glaubensrichtung.
Weitere "Meet and Read"-Veranstaltungen: 2. Veranstaltung am 17. Dezember 2024 (zur Geburtsgeschichte Jesu) und 3. Veranstaltung am 21. Januar 2025 (zur Himmelsreise Mohammeds und der Himmelfahrt Jesu) jeweils um 19:00 Uhr im Raum der Stille der Johann Wolfgang von Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Jede und jeder ist dazu herzlich willkommen.