Rückblick auf die Sommerschule mit Priesterkandidaten aus Polen
Und ehe man sich's versieht, ist die längste Zeit des Sommers bereits ins Land gegangen und nach drei abwechslungs- und ereignisreichen Sommerschul-Etappen kehrt vorerst wieder Ruhe ins Haus der action 365 ein. Den Abschluss machte die Sommerschule mit der längsten Tradition: Seit mehr als 20 Jahren entsendet das Priesterseminar Opole (Oppeln) und Gliwice (Gleiwitz) in Polen alljährlich eine Gruppe junger Studenten im dritten Jahr ihrer Ausbildung nach Frankfurt.
Im inhaltlich anspruchsvollsten Programm der Sommerschulen der action 365 erfuhren die angehenden Priester durch zahlreiche Exkursionen vor Ort, wie kirchliches Leben und Arbeiten in einer multikulturellen Großstadt aussehen kann und welch unterschiedliche Facetten Seelsorge im Alltag hat. So berichtete Pastoralreferent Sebastian Schwarzer von seiner Arbeit mit Jugendlichen in der Pfarrei St. Bonifatius in Frankfurt-Sachsenhausen und Mitarbeiter der Seelsorge der Frankfurter Universitätsklinikums gewährten Einblick in die Begleitung von Kranken und ihren Angehörigen. Im Kirchenladen "punctum" in der Frankfurter Innenstadt erfuhren die Seminaristen, welch unterschiedliche Fragen und Problemen die Menschen "auf der Straße" beschäftigt. Selbstverständlich von großem Interesse war für alle Sommerschüler der Besuch bei ihren deutschen "Kommilitonen" am Priesterseminar der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen. Wie das schließlich alles bezahlt werden kann, erklärte Dr. Rüdiger Fuchs, Mitglied in Vorstand und Kuratorium der action 365, in seinem Referat über das kirchliche Finanzwesen.
Beim Besuch des Priesterseminars der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt trafen die Priesteramtskandidaten aus Polen auf einige ihrer deutschen 'Kommilitonen'.
Neben kulturellen Streifzügen durch Frankfurt und das benachbarte Mainz und vielen praktischen Erfahrungen mit der deutschen Sprache lag ein weiterer Schwerpunkt der Sommerschule darin, das Gesehene und Gelernte auf sich wirken zu lassen und zu reflektieren. Dies geschah außer in der Auseinandersetzung mit sich selbst vor allem in den Seminarrunden mit Gerlinde Back, Mitglied im Vorstand der action 365 und pädagogische Leiterin und Mentorin der Sommerschule.
Lesen Sie in den folgenden Auszügen, mit welchen Gedanken und Eindrücken die jungen Seminaristen nach Polen zurückgekehrt sind.
"Für mich ist die Sommerschule mehr als eine Sprachschule, denn hier kann man seine Persönlichkeit entwickeln und Gemeinschaft aufbauen. Außerdem vertiefen die Teilnehmer ihr Wissen über die Realität und in diesem Fall ist das die Kirche in Deutschland. Es ist auch wichtig, die ausländische Kultur kennen zu lernen und darüber hinaus die praktischen Sachen wie man z. B. mit Geld umgeht. In dieser Sommerschule finden wir Studenten auch etwas zu uns selbst."
Blazej Mzyk
"Während dieser beiden Wochen habe ich gelernt, andere Kulturen zu respektieren. Ich habe auch gelernt, wie man Geld einteilt und dass man hier in Deutschland den Abfall trennt. Ich habe gesehen und erfahren, wie ein Pastoralreferent arbeitet und habe hier überhaupt die unterschiedlichsten Leute getroffen und gesehen, wie sie arbeiten."
Rafal Kurek
"In den Gruppenstunden habe ich gelernt, wie wichtig es ist, gut zuzuhören und mitzuarbeiten. Ich denke, dass das, was ich gesehen und erlebt habe, für mich sehr nützlich ist. In der Freizeit habe ich hier sogar etwas gekocht."
Mariusz Setlak
"Für mich war die Sommerschule in Frankfurt in erster Linie eine schöne Erfahrung von Gemeinschaft, die wir hier auch gefunden haben. Die Zeit hier habe ich sehr gut genutzt. Ich bin davon überzeugt, dass mir der Aufenthalt hier für meine zukünftige Arbeit als Priester in der Zusammenarbeit mit den Menschen sehr hilfreich sein wird. Ich werde besser in der Lage sein, andere zu verstehen, ganz egal woher sie kommen. Ich bin sehr froh, dass ich hier sein konnte."
Marek Ludwig
"Ich wollte hier wirklich etwas über die Realität des religiösen Lebens der Menschen vor Ort und des Lebens in der Kirche selbst wissen. Zuvor baute ich mir ein Bild von der Kirche in Deutschland auf der Grundlage von Medienberichten auf und von dem, was andere mir sagten. Jetzt weiß ich, dass hier Menschen trotz hohem Lebensstandard, Wohlstand und Multikulturalität einen Ort für Gott finden, da es Menschen gibt, die glauben. Sie sind gute Priester, Laien und leisten eine sehr gute Arbeit. Ich danke Euch allen für diese Zeit."
Grzegorz Rychlikowski