Am Stand der action 365 auf dem Domplatz in Erfurt war trotz manchem Regenguss immer was los. Bei dem einen oder anderen Schauer war es sogar etwas kuschelig im Zelt und es fanden bei einer Tasse indígena Kaffee und beim Kartenschreiben schöne und intensive Gespräche in einer bemerkenswert interessierten und offenen Atmosphäre statt.
Auch Regen tat dem Interesse am Stand der action 365 keinen Abbruch
Aber nicht nur wegen des Kaffees und der Kartenaktion war der Stand ein Anziehungsmagnet. Die einladende Gestaltung des Standes von Florentine Heimbucher tat ihr Übriges. Menschen kamen, um sich die Plakate anzuschauen, die Textbausteine zu lesen und sich über Kaffee, den Becker-Staritz-Preis der action 365 und die Kalender-App zu informieren. Neben Privatpersonen gab es auch mal prominenten Besuch, z.B. kam sachsen-anhaltinische Ministerpräsident Reiner Haseloff vorbei, weil er eine Einladung auf eine Tasse Kaffee per Post erhalten hatte, der Bundeskanzler huschte am Stand vorbei auf dem Weg von Renovabis zu Misereor. Schön waren auch die Vernetzungsgespräche mit den Gefängnisseelsorger*innen, den GEPA-Mitarbeiterinnen und anderen.
Die Motive der action 365: immer wieder ein Foto wert.
Durchgeführt von der action 365 fand am Freitagvormittag im Kaisersaal eine informative und spannende Gesprächsrunde mit Friedel Hütz-Adams vom Südwind-Institut und Anderson Sandoval von der Romero-Initiative CIR zum Thema „Gutes Leben für alle? Für eine Zukunft des Friedens. Von Sorgfaltspflichten und kolonialen Abhängigkeiten“ statt. Ausgehend von der Frage, wie gerechter Handel mit Agrarprodukten aussehen kann, haben Friedel Hütz-Adams und Anderson Sandoval an ihrer Expertise in Bezug auf Guatemala, aber auch darüber hinaus teilhaben lassen. Sie haben weitreichende Perspektiven auf die Chancen für mehr Menschenrechte und Umweltschutz durch das europäische Lieferkettengesetz aufgezeigt. Auch das deutsche Lieferkettensorgfaltspflicht-Gesetz und vor allem die europäische Waldverordnung, die Ende Dezember 2024 in Kraft tritt, können für mehr Umweltschutz und die Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte sorgen. Als Beispiele dienten neben dem Kaffeehandel auch der Kakaohandel und die Palmölproduktion und Vermarktung. Anderson Sandoval hat u.a. zur guatemaltekischen Palmölproduktion und dem internationalen Handel damit jüngst eine Studie veröffentlicht, die sehr anschaulich und aufschlussreich über die Agrarlieferketten berichtet und deren Erkenntnisse auch auf andere Produkte wie Kaffee übertragbar sind.
Am Samstagabend lud die action 365 in der Brunnenkirche zur Agapeliturgie ein, die Sonja Döring und Timo Walter mit mehr als 40 Menschen feierten. Im Zentrum des Schriftgesprächs stand Psalm 23, der auch das Jahresmotto der action 365 beinhaltet: „Ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir.“ Die musikalische Gestaltung und auch die Gespräche und das gemeinsame Essen im Anschluss haben Eindruck hinterlassen. Eine Teilnehmerin sagte: „Das war ein wirkliches Highlight und ein schöner Abschluss meines Katholikentagbesuchs.“