Angeregt durch das Erscheinen des Buches: „Agape – Sinn und Form einer ökumenischen Laienliturgie“ beschäftigte den Ökumene-Ausschuss die Frage, ob und wie die hier gegebenen Anregungen und Ideen für das Bistum Limburg, insbesondere in den neuen Großpfarreien aufgegriffen und fruchtbar gemacht werden können. Nach kurzen Überlegungen wurde allzu deutlich, dass kaum einer der Anwesenden aus eigener Erfahrung wusste, worum es geht und Gerlinde Back vom Haus der action 365 in Frankfurt erklärte sich freundlicherweise sofort bereit, die Gruppe Ende Januar 2015 in der Kennedyallee willkommen zu heißen und im Anschluss an eine Ausschuss-Sitzung eine Agapefeier zu gestalten.
Vorfreude, Spannung, aber auch ein klein wenig Skepsis gegenüber dem Unbekannten herrschten in der Runde zu Beginn der Feier. Immer mehr wurde aber im Verlauf deutlich, dass die Action 365 hier mit dieser Form einen alten Schatz urkirchlichen Gemeindelebens wieder gehoben und zugänglich gemacht hat. Kein Grund zur Skepsis, kein Grund zur Nervosität blieben am Ende der sorgsam und mit Liebe zum Detail vorbereiteten Feier, an die sich ein gemeinsames Abendessen und ein erster Gedankenaustausch anschlossen.
Die unkomplizierter Schlichtheit der Feier, die Offenheit für wirklich eine Jede und einen Jeden die mitfeiern wollen, das ökumenische Potential dieser gemeinsamen Mahlfeier waren beeindruckend und bewegend. Das gemeinsame Teilen der Gedanken zu einer Bibelstelle und anschließend das gemeinsame Teilen von Brot und Wein über die Konfessionsgrenzen hinweg, alles in dem Bewusstsein hier in voller Tradition mit einem guten alten Brauch zu stehen, sind vielversprechende Zeichen für die Kirche im dritten Jahrtausend. Gerade in einer Zeit der größer werdenden Seelsorgeeinheiten, einer Knappheit von hauptamtlichen Seelsorgern kann diese Form einer ökumenischen Laienliturgie wegweisende Impulse für die Kirche von morgen geben. Zweifelsohne werden eine größere Selbstständigkeit der Gläubigen und Zusammenhalt in kleinen, organisch gewachsenen Gruppen unabhängig von kirchlichen Hierarchien und Verwaltungsstrukturen (wenn auch nicht gegen sie!) immer stärker gefragt sein. Die Grundlagentexte des Zweiten Vatikanums geben uns die theologische Legitimation für dieses neue (oder alte?) Format von Kirche.
Für den Sachausschuss Ökumene steht nun in einer kommenden Sitzung die Reflexion des Abends auf dem Programm, sowie Überlegungen, wie man das Erfahrene ins Bistum tragen kann. Und mit dem Apostel Paulus wird es heißen „Löscht den Geist nicht aus. [...] Prüft alles und behaltet das Gute“ (1 Thess 5, 19.21)
Christian Trenk, Mitglied des Sachausschusses Ökumene