"Das Recht auf Heimat ist ein Naturrecht"
Zum Einstieg in den Tag des Sommertreffens haben Konrad Fath, Mitglied des Kuratoriums der STIFTUNG HAUS der action 365, und Alfons Nossol, emeritierter Erzbischof der Diözese Opole (Oppeln), in einem halbstündigen Dialog das Jahresthema 2015 der action 365 hinterfragt:
„Der Herr tröste euch und gebe euch Kraft zu jedem guten Werk und Wort.“
(2 Thess 2,17)
Vor dem Hintergrund des aktuellen Flüchtlingsdramas in Europa sollte das Gespräch diesen Bibelvers greifbar machen und nach Möglichkeiten suchen, ihn für das tägliche Denken und Leben in der Gemeinschaft nutzbar zu machen.
Angesichts der Nöte und Bedrohungen, die wir in der Welt erlebten, das aktuelle Flüchtlingsdrama – all das mache es schwer, diese frohe Botschaft vom Trost und von der Kraft Gottes auch als solche aufzugreifen, eröffnet Konrad Fath.
Daraufhin leiten die Gesprächspartner theologisch Hoffnung und Liebe als Grundlagen des Evangeliums her. Die Kraft der Hoffnung, sagt Nossol, sei unser Trost, denn sie sei stets mit uns. Die Nächstenliebe sei eine Art Beweis der echten Gottesliebe. „Gott kann uns in einem jeden Menschen entgegen kommen und er bringt auch Trost und Freude durch die Mitmenschen“, führt Nossol weiter aus. „Wir sind nicht einsam, wenn auch oft allein. Es gibt keine wahre Gottverlassenheit, wir sind auch nicht heimatlos: Das Recht auf Heimat ist ein Naturrecht.“
Heimat finde also auch von Mensch zu Mensch in der Begegnung untereinander statt – so werde Gott erfahrbar, fasst Konrad Fath zusammen. „Und so können wir, indem wir den Menschen, die heimatlos geworden sind, begegnen und ihnen zeigen, dass sie angenommen, geliebt und aufgenommen werden, ihnen ein Stück Heimat bei uns geben.“
Dieses Verständnis des Jahresmottos kann jedem von uns Mut machen und so können wir uns hoffnungsvoll und als Gemeinschaft der aktuellen gesellschaftlichen Bewährungsprobe stellen.
Gelebte und gefeierte Ökumene
Zwei wichtige Preise hat Gerlinde Back, stellvertretend für die action 365, in diesem und im Dezember vergangenen Jahres in Empfang genommen: Den Hyacinthus Opoliensis der Diözese Opole (Oppeln) in Polen und den Preis der Stadt Olomouc (Olmütz) in Tschechien – beides Auszeichnungen für Menschen, die für die jeweilige Stadt, und darüber hinaus, einen großen und wichtigen Beitrag geleistet haben.
Mit ein wesentlicher Anlass für die beiden Preise sind die Sommerschulen, die seit vielen Jahren in den Räumlichkeiten der action 365 und in Frankfurt und Umgebung stattfinden. Die Gruppen aus Polen, Tschechien und Rumänien lernen hier viele Facetten der deutschen Kultur kennen und erschließen sich eine neue Dimension, sich selbst zu reflektieren. Das gilt in besonderer Weise für die polnischen Sommerschulgruppen. Die Priesteramtsanwärter werden später einmal in ihren Heimatgemeinden zu Gläubigen sprechen und alles, was die Studenten auf ihrem Weg dorthin bereichern konnte, wird den Weg in Wort und Taten finden. Dass die jungen Männer hier in Frankfurt berührt wurden, das drückt ein Dankesfilm aus, den die erst kürzlich scheidende Gruppe aus zahlreichen kurzen Handyfilmen für Gerlinde Back und die action 365 zusammengeschnitten hat. Eine Bereicherung, auch für den Nachmittag des Sommertreffs, an dem der Film vorgeführt wurde.
Es sind Ehrungen, die Gerlinde Back nicht für sich alleine beansprucht: Die Unterstützung der Teams, mit finanziellem und ideellem Einsatz, hat einen großen Anteil daran. Und so gelten die Auszeichnungen für jeden einzelnen, der sich in der action 365 engagiert.