Am 16.05.2025 wurde der diesjährige Becker-Staritz-Preis der action 365 in Frankfurt am Main verliehen. Es war ein sehr schöner Abend im Giebelsaal im Haus am Dom, der musikalisch beschwingt von Saxophon und Bass begleitet wurde. Dr. Magdalena Hürten erhielt den Preis für ihre Dissertation „Dem Schweigen zuhören. Die Bedeutung des Konzepts der epistemic injustice für die Forschung zu Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche. Fallstudie zu Missbrauch in der Gründungsgeschichte der St. Franziskusschwestern Vierzehnheiligen“.
In ihrer Laudatio betont Pia Arnold-Rammé: „Magdalena Hürten wendet das hermeneutische Konzept der epistemischen Ungerechtigkeit [von der US-amerikanischen Philosophin Miranda Fricker] auf diesen historischen Fall des Missbrauchs an, auf das Lesen der Missbrauchsakten, auf das Sprechen und auf das Schweigen der Betroffenen, auf die Rezeption des Geschehens durch unterschiedliche Zuhörer:innen. Und das macht die Bedeutung dieser Arbeit aus – weit über die Anwendung auf den konkreten Fall der Gründungsgeschichte der St. Franziskusschwestern Vierzehnheiligen hinaus. Es ist vor allem auch ein bedeutsamer Ansatz für die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Erwachsenen insgesamt.“
Sigrid Düringer sprach in ihrer Laudatio für das Kirchenasyl der Gemeinde St. Sixtus in Haltern am See von einer Auszeichnung des „zivilen Menschenrechtsgehorsams“. Die Gruppe aus Haltern am See brachte auch Teile ihrer Ausstellung „Zuflucht geben – gemeinsam hoffen!“ mit in den Raum: Die Präsenz der Menschen, deren Biografien durch den Akt der Solidarität des Kirchenasyls eine andere Wendung nahm, in den Geschichten und Bildern und auch vor Ort waren eine große Bereicherung.
Beim anschließenden Empfang tauschten sich die Gäste und Preisträger:innen noch rege aus.
Auf dem großen Abschlussbild (v.l.n.r.): Preisträgerin Dr. Magdalena Hürten; vom Projekt Kirchenasyl St. Sixtus in Haltern am See: Razeya Rosooli, Ruken Ossi, Michael Ostholthoff, Markus Wenzel, Christiane Pinger; Laudatorin Sigrid Düringer; Mitglieder der Vergabekommission: Matthias Copray, Helga Engler-Heidle, Pia Arnold-Rammé, Prof. Dr. Wolfgang Beck, Eva-Maria Reinwald.
Weitere Informationen von den Preisträger*innen selbst: