Die Teilnehmenden der bevorstehenden Polen-Exkursion „Discover Poland“ trafen sich zu einem gemeinsamen Vortreffen in Frankfurt am Main. Eine rund dreistündige Stadtführung führte die Gruppe auf den Spuren jüdischer Geschichte vom Börneplatz über die ehemalige Judengasse bis ins Frankfurter Ostend.
Andächtiges Beisammensein in Frankfurt
Am Alten Jüdischen Friedhof an der Battonnstraße und am Börneplatz erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Geschichte jüdischen Lebens in Frankfurt. Die Umrisse der ehemaligen Synagoge und die Gedenksteine an der Friedhofsmauer erinnerten zugleich an die während der NS-Zeit ermordeten Frankfurter Jüdinnen und Juden. Auch jüdische Formen des Erinnerns wurden thematisiert: Kleine Steine auf Grabstätten stehen für bleibendes Gedenken.
Eine persönliche Perspektive vermittelte Tourguide Sascha, der mit dem verstorbenen Frankfurter Zeitzeugen Helmut „Sonny“ Sonneberg befreundet war. Sonneberg überlebte als Kind das Konzentrationslager Theresienstadt und engagierte sich später für Erinnerungskultur und ein friedliches Miteinander in Frankfurt.
Straßenschilder halten Frankfurter Geschichte im Stadtbild fest
In der ehemaligen Judengasse besuchte die Gruppe zudem das Haus zum Goldenen Apfel. Die immersive Installation REALTALK 1864 machte dort jüdisches Leben im Frankfurt des 19. Jahrhunderts erfahrbar und verband historische Quellen mit einer interaktiven Darstellung.
Den Abschluss bildete die Gedenkstätte an der ehemaligen Großmarkthalle im Ostend. Von dort wurden während der NS-Zeit Frankfurter Jüdinnen und Juden deportiert. Heute befindet sich hier mit dem Umfeld von Europäischer Zentralbank und Hafenpark ein lebendiger Teil der Stadt. Vergangenheit und Gegenwart liegen unmittelbar nebeneinander.
Das Vortreffen bildet den Auftakt zur bevorstehenden Reise nach Breslau, Krakau und Auschwitz. Dort wird sich die Gruppe weiter mit jüdischer Geschichte, Erinnerung und der Verantwortung in der Gegenwart auseinandersetzen. Homepage mit mehr Details zur Reise.