Presseschau Guatemala 2026
Seit Frühjahr 2023 gibt es durch das repressive Vorgehen des Staates gegen die Selbstbestimmung, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in Guatemala eine deutlich erhöhte Medienaufmerksamkeit auf die Entwicklungen in dem mittelamerikanischen Land. Nicht nur die Dachorganisation der Genossenschaften der Kaffeebäuerinnen und -bauern Fedecocagua und deren Generaldirektor Ulrich Gurtner sind diesen Verfolgungen ausgesetzt, sondern auch andere Organisationen bis hin zu Parteien und dem neu gewählten Präsidenten.
Aus diesem Grund führen wir auf dieser Seite einen Pressespiegel, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat, aber der einen guten Einblick in die Lage im Land gibt.
Notizen eines Anwalts März 2026
Die neuen VerfassungsrichterInnen sind vereidigt, am 14.4. sollen sie ihr Amt übernehmen. Eigentlich sollte so etwas Formsache sein…
... kann aber ob der Verrücktheiten, auf die Porras und Curruchiche (MP) im letzten Moment noch kommen könnten, zum Hindernislauf werden
(aus: RedSol; von: Miguel Mörth)
Damit es endlich aufhört
Minderjährige, die schwanger werden, müssen in Guatemala meist das Kind austragen – selbst nach einer Vergewaltigung. Fátima wurde mit dreizehn missbraucht und bekam einen Sohn. Sie hat den Staat, der sie nicht schützte, erfolgreich verklagt
(aus: taz; von: Knut Henkel)
Ohne Land und ohne Rente
Landarbeiter werden um Rentenbeiträge betrogen und vertrieben. Landarbeiterorganisation kritisiert Regierung
(aus: junge Welt; von: Thorben Austen)
Steinmeier auf Partnersuche in Lateinamerika
Auf seiner Lateinamerika-Reise besucht der Bundespräsident Maya-Stätten und betont die Bedeutung gleichgesinnter Staaten – auch solcher, zu denen Deutschland noch keine besonders engen Beziehungen habe. Denn die Verlässlichkeit alter Verbindungen leide.
(aus: FAZ)
Guatemalas Präsident beendet Belagerungszustand, setzt aber militärische Maßnahmen fort
In Guatemala hat Präsident Bernardo Arévalo den landesweiten Belagerungszustand beendet, während er gleichzeitig die gemeinsamen militärischen und polizeilichen Operationen zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität fortsetzt. Diese Entscheidung folgt auf eine 30-tägige Notstandsperiode, die als Reaktion auf tödliche Gefängnisaufstände und Angriffe verhängt wurde, bei denen 11 Polizisten ums Leben kamen. Arévalo betonte die Erfolge der Maßnahmen, darunter die Isolierung von Bandenführern in Hochsicherheitsgefängnissen und die Unterbrechung der Kommunikation zwischen inhaftierten Anführern und kriminellen Netzwerken.
(aus: IT Boltwise)
Eine Schule gegen die Ungleichheit
48 Prozent der indigenen Frauen in Guatemala können weder lesen noch schreiben. Eine Schule von und für indigene Frauen zeigt, wie man das ändert.
(aus: taz; von: Knut Henkel)
Kommunale Macht
Indigene Gemeinschaften setzten vor zwei Jahren Präsidentschaft Arévalos durch. Ein Ortsbesuch
(aus: junge Welt; von: Thorben Austen)
Eine Stimme für die Maya
Wie ein Online-Medium aus Guatemala indigene Gemeinden sichtbar macht
(aus: nd; von: Knut Henkel)
Guatemala: Kirche ruft zum Widerstand auf
Nach einer Welle blutiger Gefängnisrevolten und der gezielten Ermordung von zehn Polizisten herrscht in Guatemala eine „surreale Stille“. Bischof Rodolfo Valenzuela Núñez, Vorsitzender der guatemaltekischen Bischofskonferenz, hat vor einer Eskalation gewarnt und machte deutlich: Die Schuldigen sitzen nicht nur in den Gefängniszellen, sondern auch in den Chefetagen von Wirtschaft und Politik.
(aus: Vatican News; von: Federico Piana und Mario Galgano)
Welle der Gewalt erschüttert Guatemala
Guatemala leidet derzeit unter einer Welle der Gewalt, die am Wochenende mit Gefängnisaufständen und Gewalttaten krimineller Banden ihren Höhepunkt erreichte. Neun Polizisten kamen dabei ums Leben. Erzbischof Villa hat die Sonntagsmessen in der Hauptstadt ausgesetzt und zur „Beendigung der mörderischen Gewalt“ aufgerufen.
(aus: Vatican News)
Mehr als ein Gefängnisaufstand
Guatemalas Präsident Arévalo verhängt nach einer Meuterei in drei Haftanstalten den Ausnahmezustand. Es gibt Indizien für eine Verstrickung rechter Kräfte.
(aus: taz; von: Knut Henkel)
Ehemaliger Vizepräsident indigener Gemeinschaften in Guatemala verhaftet
asilio Bernardo Puac García ist am Mittwochmittag in der Stadt Patzicía im Departamento Chimaltenango verhaftet worden. Der Vorwurf lautet Behinderung der Justiz im Zusammenhang mit den Blockaden im Oktober 2023. Puac war 2023 Vizepräsident der indigenen Verwaltungsstruktur von 48 Kantonen - indigenen Dorfgemeinschaften - in Totonicapán, die mit anderen indigenen Bürgermeistern zentral an den Protesten zur Verteidigung der Demokratie beteiligt waren.
(aus: amerika21.de; von: Thorben Austen)