Presseschau Guatemala aus dem Jahr 2026 zum Tag ''indigene Bevölkerung''
Seit Frühjahr 2023 gibt es durch das repressive Vorgehen des Staates gegen die Selbstbestimmung, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in Guatemala eine deutlich erhöhte Medienaufmerksamkeit auf die Entwicklungen in dem mittelamerikanischen Land. Nicht nur die Dachorganisation der Genossenschaften der Kaffeebäuerinnen und -bauern Fedecocagua und deren Generaldirektor Ulrich Gurtner sind diesen Verfolgungen ausgesetzt, sondern auch andere Organisationen bis hin zu Parteien und dem neu gewählten Präsidenten.
Aus diesem Grund führen wir auf dieser Seite einen Pressespiegel, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat, aber der einen guten Einblick in die Lage im Land gibt.
Proteste haben Erfolg: Rücktritt von Bürgermeister in Guatemala
Das Verfassungsgericht in Guatemala hat in einem Beschluss den Rücktritt des Bürgermeisters Francisco Coché angeordnet. Damit folgt das Gericht dem Beschluss des Obersten Wahlgerichts (TSE), das dies bereits im vergangenen Jahr angeordnet hatte, den Beschluss jedoch vom Obersten Gerichtshof kassiert sah. Anfang Juli war der Protest eskaliert, bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung wurde ein Mensch getötet und der Bürgermeister sowie weitere Personen wurden verletzt.
(aus: amerika21.de; von: Thorben Austen)
Ex-Armeechef in Guatemala darf trotz Völkermordanklage heim
Der ehemalige Oberbefehlshaber der Armee Manuel Benedicto Lucas García hat die Untersuchungshaft im Militärkrankenhaus in Guatemala-Stadt verlassen und steht nun unter Hausarrest. Das ordnete die Richterin Marling Mayela González Arrivillaga vom Hochsicherheitsgericht in Guatemala-Stadt am vergangenen Dienstag an. Der 94-jährige ehemalige Leiter des Estado Mayor, der Kommandozentrale der guatemaltekischen Armee, ist unter anderem wegen Völkermordes an den indigenen Maya-Ixil und des gewaltsamen Verschwindenlassens angeklagt. Sein Verfahren gilt als der letzte Prozess in Guatemala gegen ranghohe Verantwortliche für die Massaker zu Beginn der 1980er Jahre.
(aus: amerika21.de; von: Thorben Austen)
Weil ein Bananenhändler zu mächtig war
Jacobo Árbenz legte sich in Guatemala mit den Mächtigen an, der Bananenindustrie. Später wurde er zum Präsidenten gewählt.
(aus: taz.de; von: Luis Bretthauer)
Ohne Land und ohne Rente
Landarbeiter werden um Rentenbeiträge betrogen und vertrieben. Landarbeiterorganisation kritisiert Regierung
(aus: junge Welt; von: Thorben Austen)
Eine Schule gegen die Ungleichheit
48 Prozent der indigenen Frauen in Guatemala können weder lesen noch schreiben. Eine Schule von und für indigene Frauen zeigt, wie man das ändert.
(aus: taz; von: Knut Henkel)
Kommunale Macht
Indigene Gemeinschaften setzten vor zwei Jahren Präsidentschaft Arévalos durch. Ein Ortsbesuch
(aus: junge Welt; von: Thorben Austen)
Eine Stimme für die Maya
Wie ein Online-Medium aus Guatemala indigene Gemeinden sichtbar macht
(aus: nd; von: Knut Henkel)
Ehemaliger Vizepräsident indigener Gemeinschaften in Guatemala verhaftet
asilio Bernardo Puac García ist am Mittwochmittag in der Stadt Patzicía im Departamento Chimaltenango verhaftet worden. Der Vorwurf lautet Behinderung der Justiz im Zusammenhang mit den Blockaden im Oktober 2023. Puac war 2023 Vizepräsident der indigenen Verwaltungsstruktur von 48 Kantonen - indigenen Dorfgemeinschaften - in Totonicapán, die mit anderen indigenen Bürgermeistern zentral an den Protesten zur Verteidigung der Demokratie beteiligt waren.
(aus: amerika21.de; von: Thorben Austen)