Presseschau Guatemala aus dem Jahr 2026 zum Tag ''indigene Bevölkerung''
Seit Frühjahr 2023 gibt es durch das repressive Vorgehen des Staates gegen die Selbstbestimmung, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in Guatemala eine deutlich erhöhte Medienaufmerksamkeit auf die Entwicklungen in dem mittelamerikanischen Land. Nicht nur die Dachorganisation der Genossenschaften der Kaffeebäuerinnen und -bauern Fedecocagua und deren Generaldirektor Ulrich Gurtner sind diesen Verfolgungen ausgesetzt, sondern auch andere Organisationen bis hin zu Parteien und dem neu gewählten Präsidenten.
Aus diesem Grund führen wir auf dieser Seite einen Pressespiegel, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat, aber der einen guten Einblick in die Lage im Land gibt.
Werden Sie nach der Haft wieder Minister?
Selbstorganisierte Indigene hoffen auf ein Ende der Kriminalisierung durch die Justiz, sagt Luis Pacheco. Das Verfahren der guatemaltekischen Justiz gegen Sie und drei weitere indigene Anführer ist am 11. September eingestellt worden.
(aus: junge Welt; von: Thorben Austen)
Indigene protestieren gegen hohe Spritpreise
Die indigene Bevölkerung setzt den guatemaltekischen Präsidenten Bernardo Arévalo unter Druck. Seit vergangener Woche sind die Straßen der Hauptstadt Guatemala-Stadt aus Protest gegen die hohen Spritpreise blockiert. Am Freitag haben Behörden mit den Räumungen begonnen, wobei es zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen, Festnahmen und Verletzten auf beiden Seiten kam: Nach Regierungsangaben wurden auch Polizisten Opfer von Schussverletzungen.
(aus: junge Welt; von: Thorben Austen)
Freiheit für indigene Aktivisten
16 Monate saßen zwei von vier Aktivisten in Guatemala in Untersuchungshaft. Nun sind alle vier frei. Ihr Fall könnte wegweisend für politische Gefangene sein.
(aus: taz.de; von: Knut Henkel)
Guatemala stellt Terrorverfahren gegen Indigene ein
Der Fall gegen vier indigene Autoritäten wurde am Freitag eingestellt. Auslöser des Verfahrens waren die Proteste von 2023. Grund für Einstellung wohl auch Neubesetzung der Justizorgane
(aus: amerika21.de; von: Thorben Austen)
Streit in Guatemala um neues Wassergesetz
Initiative soll Wasser als Menschenrecht definieren. 52 Prozent der Bevölkerung nutzen kontaminiertes Wasser. Indigene Organisationen sehen Bevorzugung des Privatsektors. Ministerin zurückgetreten.
(aus: amerika21.de; von: Thorben Austen)
Guatemala nimmt täglich Abgeschobene aus den USA auf – viele in Handschellen
Seit Trump Guatemala als sicheren Drittstaat einstuft, landen dort immer mehr Flugzeuge mit Abgeschobenen aus den USA. Zudem musste sich der sozialdemokratische Präsidenten Bernardo Arévalo bereit erklären, Zehntausende Menschen anderer Nationalitäten aufzunehmen, die aus Mexiko und den USA abgeschoben werden.
(aus: Frankfurter Rundschau; von: Andreas Boueke)
»Widerstandskämpfer im Hausarrest«
Aktivisten auf Kaution frei, »Terrorismus«-Verfahren läuft weiter. Bei einer Ansprache vor Hunderten Menschen sagte Pacheco, es sei »eine Ehre, im Gefängnis gewesen zu sein, weil wir dem Volk von Totonicapán dienten«.
(aus: junge Welt; von: Thorben Austen)
Proteste haben Erfolg: Rücktritt von Bürgermeister in Guatemala
Das Verfassungsgericht in Guatemala hat in einem Beschluss den Rücktritt des Bürgermeisters Francisco Coché angeordnet. Damit folgt das Gericht dem Beschluss des Obersten Wahlgerichts (TSE), das dies bereits im vergangenen Jahr angeordnet hatte, den Beschluss jedoch vom Obersten Gerichtshof kassiert sah. Anfang Juli war der Protest eskaliert, bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung wurde ein Mensch getötet und der Bürgermeister sowie weitere Personen wurden verletzt.
(aus: amerika21.de; von: Thorben Austen)
Ex-Armeechef in Guatemala darf trotz Völkermordanklage heim
Der ehemalige Oberbefehlshaber der Armee Manuel Benedicto Lucas García hat die Untersuchungshaft im Militärkrankenhaus in Guatemala-Stadt verlassen und steht nun unter Hausarrest. Das ordnete die Richterin Marling Mayela González Arrivillaga vom Hochsicherheitsgericht in Guatemala-Stadt am vergangenen Dienstag an. Der 94-jährige ehemalige Leiter des Estado Mayor, der Kommandozentrale der guatemaltekischen Armee, ist unter anderem wegen Völkermordes an den indigenen Maya-Ixil und des gewaltsamen Verschwindenlassens angeklagt. Sein Verfahren gilt als der letzte Prozess in Guatemala gegen ranghohe Verantwortliche für die Massaker zu Beginn der 1980er Jahre.
(aus: amerika21.de; von: Thorben Austen)
Hat Arévalo bislang nichts davon umgesetzt?
Guatemalas Regierung verschleppt die Umsetzung eines Abkommens mit den Bauernkomitees, sagt Rafael Gonzáles
(aus: junge Welt; von: Teresa Sum im Interview mit Rafael Gonzáles)
Weil ein Bananenhändler zu mächtig war
Jacobo Árbenz legte sich in Guatemala mit den Mächtigen an, der Bananenindustrie. Später wurde er zum Präsidenten gewählt.
(aus: taz.de; von: Luis Bretthauer)
Ohne Land und ohne Rente
Landarbeiter werden um Rentenbeiträge betrogen und vertrieben. Landarbeiterorganisation kritisiert Regierung
(aus: junge Welt; von: Thorben Austen)
Eine Schule gegen die Ungleichheit
48 Prozent der indigenen Frauen in Guatemala können weder lesen noch schreiben. Eine Schule von und für indigene Frauen zeigt, wie man das ändert.
(aus: taz; von: Knut Henkel)
Kommunale Macht
Indigene Gemeinschaften setzten vor zwei Jahren Präsidentschaft Arévalos durch. Ein Ortsbesuch
(aus: junge Welt; von: Thorben Austen)
Eine Stimme für die Maya
Wie ein Online-Medium aus Guatemala indigene Gemeinden sichtbar macht
(aus: nd; von: Knut Henkel)
Ehemaliger Vizepräsident indigener Gemeinschaften in Guatemala verhaftet
asilio Bernardo Puac García ist am Mittwochmittag in der Stadt Patzicía im Departamento Chimaltenango verhaftet worden. Der Vorwurf lautet Behinderung der Justiz im Zusammenhang mit den Blockaden im Oktober 2023. Puac war 2023 Vizepräsident der indigenen Verwaltungsstruktur von 48 Kantonen - indigenen Dorfgemeinschaften - in Totonicapán, die mit anderen indigenen Bürgermeistern zentral an den Protesten zur Verteidigung der Demokratie beteiligt waren.
(aus: amerika21.de; von: Thorben Austen)